Organisation
Selbstverwaltung als Grundlage für ein solidarisches Miteinander

Wir sehen nicht ein, dass unser aller Grundbedürfnis nach Wohnraum von besitzenden Einzelpersonen oder Gesellschaften zu deren Bereicherung ausgenützt wird. Wir sind der Meinung, dass weder die Tatsache ein Haus zu nutzen noch die Tatsache ein Haus zu besitzen den beteiligten Personen die Möglichkeit bieten soll sich finanziell zu bereichern. Dazu ist es nötig eine alternative Besitzstruktur zu schaffen in der Nutzungsrechte kollektiviert und Eigentumsrechte neutralisiert sind. 

Wir verstehen Selbstverwaltung als eine Organisationsform die allen Menschen im Hausverein die gleichen Mitbestimmungsrechte einräumt. Durch die Neutralisierung der Eigentumsrechte ist eine hierarchische Bevorzugung oder Sonderstellung, auf Grundlage finanzieller Beteiligung, innerhalb des Projekts ausgeschlossen. 

Der Hausverein übernimmt die Verwaltung und alle Belange des täglichen Zusammenlebens werden im regelmäßig abgehaltenem Plenum gemeinsam getroffen. Bei uns erfolgen alle Entscheidungen nach dem Konsensprinzip, da wir Diskussion fördern wollen und keine Mehrheitsbeschlüsse. 

Unsere Absicht ist es auf diese Weise ein gleichberechtigtes Klima und ein solidarisches Miteinander innerhalb der Hausgemeinschaft entstehen zu lassen in dem Gegebenheiten, wie ethnische und soziale Herkunft, Lebensentwurf, Alter, Behinderung, sex, gender, sexuelle Orientierung und religiöse Ausrichtung (religiöserPraxis wird im öffentlichen und gemeinschaftlichen Raum jedoch kein Platz geboten) keine Rolle spielen. 

Das Haus soll den individuellen Bedürfnissen aller Bewohner*innen so gut wie möglich gerecht werden und von diesen auch mitgestaltet werden. Außerdem verstehen wir die Hausgemeinschaft nicht als geschlossenen Kreis der Bewohner*innen sondern wollen auch die Beteiligung von externen Nutzer*innen zulassen und fördern. 

Die beschriebenen Strukturen sind Ausdruck unserer gemeinsamen Ideale der Autonomie und Solidarität - sowie der Ablehnung jeglicher Form struktureller und physischer Gewalt durch hierarchisch bedingte Machtverhältnisse aller Art und deren Folgen. Wir wollen einen Lebensraum schaffen in dem die Verschiedenheit der Menschen nicht nur akzeptiert sondern als natürlich anerkannt und als Bereicherung empfunden wird, denn nur einen solchen Lebensraum empfinden wir als menschenwürdig.